Obersee Berchtesgaden

Königssee und Obersee – zwischen Touristenrummel und Bergidylle… das sind die Orte, die man schon auf unzähligen Bildern gesehen hat, die gefühlt jeder kennt und die trotzdem ganz oben auf der eigenen Wunschliste stehen. Der Königssee ist für mich genau so ein Ort. Schon ewig möchte ich hierher. Dass wir uns damit nicht gerade einen Geheimtipp ausgesucht haben, ist mir natürlich klar. Aber manchmal muss man eben ein bisschen Touristenrummel in Kauf nehmen, um an besonders schöne Orte zu gelangen.

Und so sitzen wir irgendwann tatsächlich in einem ziemlich vollen Boot, umgeben von steilen Felswänden und einer Bergkulisse, die mich den ganzen Trubel ziemlich schnell vergessen lässt. Spätestens als der Kapitän an der berühmten Echowand das Boot anhält, wird es spannend. Ich rechne mit einem lauten Hupen oder irgendeinem Posaunentröten. Stattdessen holt er eine blank polierte Trompete hervor und beginnt zu spielen. Und während die Töne von den Felswänden zurückgeworfen werden, hat dieser ziemlich touristische Moment plötzlich doch etwas ganz Besonderes.

Unsere Fahrt führt uns weiter bis nach Salet, denn das eigentliche Ziel des Tages liegt noch ein Stück entfernt. Wir wollen am Obersee entlang bis zur Fischunkelalm wandern. Und tatsächlich wird es mit jedem Schritt ein bisschen ruhiger. Einen der bekannten Fotospots müssen wir noch hinter uns bringen, dann lassen wir die größten Menschenmengen langsam zurück.

Zunächst geht es ganz gemütlich am See entlang, doch besonders schnell kommen wir trotzdem nicht voran. Nicht etwa, weil der Weg so anstrengend wäre, sondern weil sich hinter jeder Biegung ein noch schönerer Blick auf den Obersee und die umliegenden Berge auftut. Das Wasser liegt zwischen den steilen Felswänden, die Berge spiegeln sich darin und ich bleibe natürlich mal wieder alle paar Meter mit der Kamera stehen. Manche Landschaften machen es einem aber auch wirklich schwer, einfach weiterzulaufen.

Und trotzdem stehen wir viel schneller als erwartet plötzlich am anderen Ende des Obersees. Ab hier wird es dann etwas abenteuerlicher.

Über feuchte Felsen führen Holz- und Naturstufen steil hinauf und wieder hinunter. Alles ist nass und ziemlich glitschig. Sandalen- und Schläppchen sind hier definitiv nicht das richtige Schuhwerk.

Nach dem Abstieg ist es dann nicht mehr weit bis zur Fischunkelalm. wo wir uns zu einer wohlverdienten Vesper niederlassen.

Eigentlich wollten wir von hier noch weiter zum Röthbachwasserfall. Doch dafür ist es inzwischen einfach zu spät.

Darum nutze ich noch die Gelegenheit hier an der Alm eine junge Japanerin, die in Tracht unterwegs ist, um ein Foto zu bitten. Vor der Kulisse schon ein bisschen bizarr aber ich freu mich dran.