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Rom - die ewige Stadt - eine nicht ganz kritikfreie Rückschau

 

Rom, seit Jahren haben wir vor nach Rom  zu reisen. Slogans wie "das Flair von Rom lässt niemanden kalt",

"die ewige Stadt", Hauptstadt der Welt", Stadt der Kunst" und vieles mehr haben wir gelesen. Tickets zum Umgehen der Schlangen an diversen Sehenswürdigkeiten waren gekauft. Ziele außerhalb der Touristenpfade gesucht und gefunden.

 

Wir waren da!

 

Wieder zu Hause, dass Erlebte sackt ganz langsam ab, es war einfach gigantisch viel zu entdecken, stellt sich mir immer wieder die Frage, warum habe ich kein Geld in den Trevibrunnen geworfen? Der Münzeinwurf in den Brunnen garantiert einem, der Legende nach, die Wiederkehr nach Rom.

Vielleicht lag es einfach nur daran, dass ich den Brunnen zunächst gar nicht gesehen habe, mich bis vorne durchkämpfen musste, oder doch eher daran das Rom eine sehr ambivalente Erfahrung war.

 

 

 

 

Schon der erste Tag war eine Herausforderung. Wir mussten zum Vatikan um unser Voucher in ein Romticket umzutauschen. Hierbei kamen wir an der Schlange vorbei, die für die Vatikanischen Museen anstand. Sie war über einen Kilometer lang!!! Dann fanden wir unsere Schlange (nur 200m lang), stellten uns an und gerade als wir an die Reihe kamen lösten Security leute die Schlange auf und schickten uns 500m weiter zur nächsten Schlange.

Nützt ja nichts, also wieder von vorne. Es dauerte aber nicht so lange, etwa 20 Minuten und wir waren auf dem Platz vor dem Petersdom und konnten unser Ticket abholen. Wir sortierten unsere Unterlagen, als ein merkwürdiges Geräusch einsetzte und hunderte von Menschen an uns vorbei Richtung Vatikan rannte. 

Wir zottelten dann mal hinterher und stellten fest: Sonntag 12:00 Uhr Angelusgebet.

Sprich, der Papst wird an sein Fenster treten und gemeinsam mit den Menschen beten. Ehe ich mich versah, wurde ich von Ordnern zu einem Eingang gedrängt, rief noch Christoph und ab durch die Ganzkörperscanner. Dann standen wir vor dem Fenster des "Papa" und konnten ihn ganz klein sehen und ganz laut hören. Irgendwie schon aufregend.

 

Anschließend schoben wir mit der Masse weiter durch den Petersdom, dessen Besuch heute keinen Eintritt kostete. Klar war es voll, aber auch sehr interessant und beeindruckend.

 

 

 

Nur mit unserem Zeitplan war das so eine Sache, der war nun durcheinander. Das heißt wir konnten uns einfach treiben lassen und umschauen.

Die Schweizer Gardisten in ihren bunten Uniformen bewundern, über den Platz schlendern und an den Brunnen verweilen.

 

Hier sahen wir aber auch das erste mal etwas, was mich sehr entsetzte und was uns die weiteren Tage immer begleitete. Bettler und überwiegend Bettlerinnen. Schmutzig, zerlumpt mit, gespielten oder echten Gebrechen (ich habe noch nie so viele Buckel gesehen), die heulend und jammernd auf dem Boden knieten oder gar lagen. 

 

 

 

Abends machten wir uns noch auf in das Szeneviertel Monti, welches wir noch einige male besuchten. Hier waren jung und alt unterwegs. Überall saßen oder standen Menschen bei Gesprächen und Gelächter. 

Die Auswahl an Gastronomie gefiel uns ebenso wie die kleinen Gassen - hier hatten wir das Flair und das Herz der Stadt gefunden.

 

Auf dem Weg dorthin kamen wir am Kolosseum und verschiedenen Ausgrabungen vorbei. Hier waren nur noch einige Touristen unterwegs und wir konnten in Ruhe schauen.

Das sollte sich am folgenden Tag wieder ändern.

Ich will hier keine langweiligen Beschreibungen all unserer Unternehmungen machen, aber eines sei gesagt, ob das Kolosseum, der Trevibrunnen oder die Spanische Treppe. Es war überall restlos überfüllt. Polizei und Security sorgten für den steten Durchfluss um die Herde weiter zu leiten., von Fotografieren konnte hier keine Rede mehr sein.

Bei unseren Besichtigungstouren stellten wir dann auch immer wieder fest, das unglaublich viele Obdachlose und Bettler auf den Strassen und Plätzen waren. 

Und leider ebenso Mengen von Abfällen und Dreck, die nicht nur auf Straßen, sondern in Baumstümpfen, Blumentöpfen und anderem lagen.

 

Trotz allem gab es immer wieder beeindruckende Plätze und Gebäude. Das Kolosseum war für mich ein besonderes Highlight. Für 6€ hatte ich mir einen Audio-Videoguide geliehen und konnte mir so Videos ansehen oder Erläuterungen anhören. 

 

Dahingegen hat mich der Besuch des Vatikanischen Museums nicht so gefesselt, aber ich bin ja auch nicht so der Skulpturen-Fan ;) . Durch das Museum kommt man schließlich in die Sixtinische Kapelle und hier wurde es mir persönlich dann wirklich zuviel. Auf jedem Quadratmeter standen vier Menschen und wurden zum nächsten Ausgang getrieben. Außer das die Wände bunt bemalt waren, haben wir hier nichts sehen können.

 

 

Am Abend haben wir uns dann wieder aufgemacht das quirlige und fröhliche Rom zu besuchen. Beim Essen kamen wir mit unseren Tischnachbarinnen ins Gespräch. die beiden Hamburger Deerns meinten, sie würden alles nur von außen Besichtigen und sich sonst dort treiben lassen wo man das Leben der Stadt spüren kann.

 

Das können wir gut nachvollziehen, da auch wir dort unsere schönsten Rom-Erlebnisse hatten.,

da wo der Puls der Stadt schlägt, da haben wir unseren Rhythmus mit der Stadt gefunden.

 

Rom wie es lebt, dass hat uns wirklich gut gefallen, die entspannten Menschen, gemütliche Ecken, nette Lokale und immer wieder etwas schönes zu entdecken.

Impressionen

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