• Chrisuelle

Norwegen Roadtrip

Für unsere Tour nach Norwegen haben wir knapp drei Wochen Zeit. Um diese Zeit gut nutzen zu können habe ich, weil das wohl meine Zuständigkeit ist, Massen von Input gesichtet, sortiert, gewichtet, verworfen.....



Zunächst einmal welche Route nehmen wir nach Norwegen und geht es über die Beltbrücken oder fahren wir mit der Fähre.

Möchte man mit der Fähre von Deutschland nach Norwegen fahren gibt es verschiedene Möglichkeiten über die ihr euch je nach geplanter Route informieren könnt.

Eine weitere Frage war, brauchen wir Bargeld. Ich sage da mal ja. Aber überwiegend wird in Norwegen mit Kreditkarte gezahlt. Das ein oder andere mal benötigten wir aber doch geringe Mengen Bargeld. Den verbliebenen Rest haben wir auf dem Rückweg an einer Tankstelle investiert. Aber Achtung, nicht jede Tankstelle akzeptiert Bargeld.

Unterwegs mit dem Wohnmobil muss man sich immer über die Einfuhrbestimmungen von Lebensmitteln informieren. Die unterscheiden sich von Land zu Land sehr.

So dürfen keine Eier und Kartoffeln nach Norwegen eingeführt werden, Fleisch und Milch, sowie Alkoholika nur in begrenzten Mengen. Das gleiche gilt für Tabak.

Bier kann man überall in Norwegen kaufen, Wein, Sekt und Hochprozentiges nur in staatlichen Läden. Wobei man sagen muss, Lebensmittel und Getränke sind in etwa doppelt so teuer wie bei uns. Die Auswahl in den Geschäften ist erheblich geringer als wir es gewohnt sind.

Wer unterwegs Campingplätze anlaufen möchte, kann im Vorfeld die Europäische Campingcard kaufen. Diese kostet zur Zeit 12,00 Euro und wird auf Fähren und Campingplätzen häufig als Rabattkarte gewertet.

Wichtig für alle, die mit dem eigenen Fahrzeug anreisen: es gibt in Norwegen Mautstraßen. Am einfachsten ist es das Auto für die Mautzahlung über EPC zu registrieren. Dann wird die Maut über Nummernschild-Fotos abgerechnet und kann online kontrolliert werden.

Nun ist der Tag X endlich da und es geht los. Aber genau hierzu noch einen wichtigen Hinweis. So gut wie ich vorher geplant habe, so hatte ich wohl doch das ein oder andere nicht so gut eingeschätzt. Das Norwegen riesig ist, klar. Das aber viele relativ kurze Wege auf Grund der Infrastruktur oft sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, hatte ich mir nicht ganz so vorgestellt. So kann man schnell mal für 150 km fünf Stunden fahren. Insgesamt hatten wir dadurch auch manchmal das Gefühl zu viel im Womo zu sitzen. Dann heißt es flexibel sein und den Plan ändern. Lieber die Dinge entspannt genießen, als nach Plan abarbeiten.

Ach und wenn mich einer fragt, was man unbedingt gesehen haben muss? Dafür hat die Zeit gar nicht gereicht.


 

Wir wollen von Hirtshals in Dänemark nach Kristiansand in Norwegen fahren. Allerdings haben wir um flexibler zu sein nicht vorgebucht. So müssen wir Montags Mittags feststellen, die nächste Fähre geht erst am Freitag. Also !Achtung, hier muss man unbedingt im Voraus buchen!

Ich habe dann schnell recherchiert und wir sind von Hirtshals ca. 45 km bis nach Frederikshavn gefahren und bekommen von dort aus noch am gleichen Abend die Nachtfähre nach Göteborg, die sogar erheblich preisgünstiger ist.

Die Sicht auf den nächtlichen Hafen ist dann wirklich wunderschön.


Da wir in der Nacht keinen Campingplatz mehr finden, stellen wir uns auf den Ikea Parkplatz. Das hat den Charme, dass wir morgens direkt zum Frühstücksbuffet gehen können.


 

Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Oslo, welches jetzt auf Grund unserer Planänderung am Anfang unserer Norwegenreise liegt.

Dort angekommen suchen wir den Stadtcampingplatz, der im Internet angegeben war. Leider müssen wir feststellen, es handelt sich um ein Familien Spielkasino, welches sich nur so nennt. Wir fahren den nächsten angepriesenen Campingplatz an und haben Glück, es ist noch ein Plätzchen frei.


Oslo ist schon sehr besonders. Trotz der großen modernen Gebäude ist hier immer auch der Platz für gemeinsame Stunden mit Nachbarn oder der Familie eingeplant. So gehört zu fast jedem Gebäude ein Platz zum Treffen, quatschen, feiern und entspannen, mal modern, mal wie ein Garten..


Ansonsten ist die Stadt recht entspannt. Da werden auch schon mal Gehwegplatten angehoben um coole Skatertricks zu zeigen ;)


Auch Kunstobjekte sind in Oslo allgegenwärtig .


 

Nach zwei Tagen durch Oslo sehnen wir uns nach Natur und fahren weiter. Es geht entlang der Küste nach Lindesnes, wo wir den ältesten und südlichsten Leuchtturm Norwegens besuchen. Wie soft an den nördlichen Küsten entdecken wir dort noch alte Bunkeranlagen.



Da es sonst aber nicht viel zu sehen gibt, fahren wir weiter in Richtung Stavanger. Der Weg ist das Ziel und so geht es nicht auf dem direkten Weg, sondern an der Küste entlang in Richtung viertgrößte Stadt Norwegens.

Wir kommen am Jossingfjord vorbei.

Am Straßenrand sehen wir ein Schild, welches in Norwegen auf besonders sehenswerte Orte hinweist.

Wir biegen, neugierig geworden ab und kommen direkt zu einem kleinen Parkplatz am Ende des Fjordes.

Dort sehen wir kleine Häuser unter einer riesigen, etwas überhängenden Felswand.

Wir sind in Helleren. Hier sind zwei Häuser aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts, geschütz vor der Witterung, durch die Lage am Felsen gut erhalten. Hier hängt noch die Wäsche auf der Leine, die Stube ist eingerichtet und sicher kommen die Bewohner gleich nach Hause. So wirkt es auf den ersten Blick. Aber längst sind die Häuser verlassen.



Nach einer kurzen Besichtigung geht es weiter an der Küste entlang, wo wir uns immer wieder Campingplätze am Meer suchen. Wir lassen uns Zeit, erkunden die Landschaft bei Spaziergängen und genießen die Ruhe.



 



Langsam haben wir uns nach Stavanger hochgearbeitet und sind nun wieder bereit für eine Stadtbesichtigung. Aber wir sind noch nicht lange da, haben gerade einen Parkplatz ergattert, da zieht sich alles zu. Wir essen ein schnelles Eis und schauen uns den genialen Spielplatz in der Nähe an.

Ausrangierte Teile aus der Ölindustrie, ergänzt mit Zubehör aus dem Fischfang und ganz vielen Graffiti ist hier was tolles zum Spielen, Toben und Staunen entstanden.



Eine weitere Stadtbesichtung fällt leider aus, da das Wetter jetzt endgültig umstellt und wir froh sind im trockenen Wohnmobil zu sitzen. Wir entschließen uns weiter zu fahren, Richtung Preikestolen, wo wir uns wie hunderte andere Menschen auf die Wanderung zu dem bekannten Felsen über dem Lysefjord machen werden.


 


Hunderte, keine Ahnung, jedenfalls waren es sehr viele Menschen. Allerdings war das nicht alles. Sie kamen mit schlechtem oder auch gar keinem Schuhwerk. Mit Babys, eine Frau mit Orthese. verschleiert ......... Es war schon manchmal beängstigend. Der Weg war ist anstrengend aber auch toll. Und Nein, wir stellen uns nicht an die Kante. Da geht es 600m in die Tiefe und meine Höhenangst lässt mich schon auf der Haushaltsleiter unwohl fühlen.


Auf dem Rückweg bin ich erstaunt, wie viele junge mensche so spät am Nachmittag noch aufsteigen. Als ich dann aber ihre Zelte sehe wird mir klar, hier wird auf den Sonnenunter- bzw.Aufgang gewartet. Was für eine wunderschöne Idee.

Ich aber freue mich an meinem bequemen Bett und weiß, morgen werde ich fix und fertig sein. :)


 

Die Nacht verbringen wir im Irgendwo. Da man in Norwegen auch wild campen darf, ist das kein Problem. Wir schlafen wie die Murmeltiere und werden erst kurz vor Mittag wieder wach.

Jetzt geht es endlich in die Hardangervidda. Die größte Hochebene Europas und ein Traum.

Was soll ich schreiben. Jedes Bild sagt mehr.



Zwei Tage, die für mich viel zu kurz waren, aber es geht weiter nach Bergen.

Mit den Städten haben wir wohl nicht soviel Glück, denn auch in Bergen laufen wir wieder mal im Regen herum und so bleiben wir nicht lange. Wir haben Fisch auf dem Markt gegessen, Bryggen im strömenden Regen besichtigt und die Einfahrt der Alexander von Humboldt erlebt. Bei dem Wetter kein Genuss.Die sonst so bunten Farben der Häuser verschwimmen im grau und wir fahren weiter, die Sonne suchen.


 

Weiter geht es vorbei an Wasserfällen (Fossen), Natur und nach Stalheimskleiva und der spektakulären Serpentinenstraße und die Aussichtsplattform "Aurland Lookout", von wo aus es nach Flam geht.




In Flam, am Ende des Aurlandsfjords finden wir Sonne und einen Platz auf dem Campingplatz. Der Ort ist winzig, die Touristeninformation riesig. Hier legen Kreuzfahrtschiffe an. Von morgens um 9:00 Uhr bis abends um 19:00 Uhr ist hier die Touristenhölle los. Dann müssen alle wieder auf ihrem Schiff sein und das Essen wird serviert. Im Ort herrscht eine unglaubliche Ruhe.

Nach einem ruhigen Abend begeben wir uns morgens ins Getümmel und machen eine Fahrt mit der Flambahn.

Wir halten am Kjosfossen, einem spektakulären Wasserfall. Auf der Fahrt dorthin erzählte uns der Zugführer von einer Elfe, die hier lebt und wie unsere Loreley den Männern den Kopf verdreht.

Kaum sind wir ausgestiegen erscheint sie auch schon und tanzt über den Wasserfall. Diese Geschichte macht uns richtig Spass.


Den ruhigen Abend genießen wir am Fjord bei einem leckeren Abendessen und ein oder zwei Gläschen Wein.

Für den kommenden Tag haben wir eine Fjordfahrt mit einem Schnellboot geplant.


Nach dem Frühstück machen wir uns auf in den Hafen. Wir haben eine Fjordsafari gebucht. Es geht durch den durch den wunderschönen Aurlandsfjord. Unterwegs wird gestoppt, nach Seehunden, Schweinswalen und Adlern Ausschau zu halten. Der Guide informiert Sie über den Fjord, die örtliche Geschichte und die Tierwelt und erzählt Geschichten, Märchen und Legenden über verschiedene interessante Orte.

Seehunde und einen Adler konnten wir entdecken, die Schweinswale hielten sich leider bedeckt. Aber es war ein großartiger Ausflug.


Nach drei Tegen Flam heißt es Aufbruch und wir fahren Richtung Borgund um uns dort die große Stabkirche anzusehen. Unterwegs gibt es wie erwartet wieder ganz viel Natur.


 

Die Strecke ist aber ordentlich lang und wir machen, mal wier Irgendwo im Nirgendwo eine Übernachtung. Den angegebenen Übernachtungsplatz sollen wir über eine ewig lange Autopiste erreichen. Ewig lang ist sehr sehr lang und so suchen wir uns einfach einen schönen Platz am Ufer, wo wir den Abend genießen.



Obwohl wir morgens früh losfahren kommen wir recht spät in Borgund an. Mit Glück haben wir noch eine gute Halbe Stunde Zeit die Kirche zu besichtigen. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Und der letzte Ort auf unserer Norwegen-Reise.


Morgen werden wir uns auf die Socken und noch einen Abstecher über Schweden machen.Hier wollen wir noch einen ganz besonderen Lostplace besuchen und werden anschließend Richtung Heimat aufbrechen.


Eine besondere Empfehlung? Ja, entweder erheblich mehr Zeit als drei Wochen mitbringen oder sich auf Bereiche beschränken und diese wirklich erkunden und genießen. Wenn dann am Ende noch etwas Zeit übrig bleibt, dann gibt es doch noch etwas zu entdecken.