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Göteborg und Fährenspass

In Göteborg angekommen gibt es auf dem Campingplatz keinen Platz mehr für ein Handtuch. Aber wieder einmal hilft uns die Park4night-App weiter.

 

Wir bekommen noch ein Plätzchen auf einem Parkplatz mit Anschluss an die örtliche Infrastruktur. Allerdings müssen wir auf Strom, Ver- und Entsorgung verzichten.

 

Macht aber nix. Dafür haben wir mal wieder nette Nachbarn und nach dem ersten Schwätzchen fahren wir dann mit der Straßenbahn in die Stadt. 

Hier ist es ja lange hell :) .

 

Ob wir schon so auf den Hund gekommen sind, aber diese beiden Plätze sind noch frei und wir nehmen sie, auch wenn wir die Wanderstöcke im Womo gelassen haben.

Erst sind mal wieder die Sehenswürdigkeiten angesagt. Wobei die Markthalle wirklich sehenswert und die Fischhalle heute geschlossen ist.

Das größte Einkaufszentrum der Stadt mit 180 Geschäften in 9 zusammen hängenden Gebäuden ist wie zu erwarten einfach nur voll. Uns zu voll und bei soviel Auswahl macht mir shoppen sowieso keinen Spaß. Viel interessanter finde ich die Menschen, die hier so unterwegs sind. Manche bunt bis schrill, einige Mangamädchen. Hier spielen die tollsten Haarfarben eine große Rolle. Es gibt interessante Styles zu bestaunen und alle sind schwer busy unterwegs.

 

Wir schlendern dann aber lieber zum Hafen an das Schiffsmuseum, welches wir zugunsten eines eisgekühlten Brausegetränkes, dann nicht besichtigen. An der Hafenbar mit Sicht auf die alten Schiffe lümmelt es sich so schön, pures Hyggeglück. Gemütlich, erholsam, schön.

Wir schlendern im Anschluss wieder zurück in die Stadt und drehen eine Runde durch den Botanischen Garten, wobei wir wegen der Hitze auf eine Begehung der wunderschönen, alten Gewächshäuser verzichten.

Ich kann mich dank meiner hübschen fast Ochsenblut roten Gesichtsfarbe sowieso schon als Leuchtturm bewerben.

Das erste Mal im Urlaub müssen wir den Schatten suchen. die Hitzewelle hat auch Göteborg im Griff.

 

Wir gehen dann mal richtig schön aus Essen und haben mal wieder, dieses mal nette schwedische Tischnachbarn. Wir kommen ins Gespräch und wie so oft stellen wir fest die Skandinavier sind ein sehr kontaktfreudiges, offenes und freundliches Volk.

 

 

 

Wir hatten eine ruhige Nacht und da unsere Fähre erst heute Abend in See sticht auch nochmal ausreichend Zeit unsere Stadtbesichtigung im Stadtteil Haga fortzusetzen.

Haga ist das ehemalige Fischer- und Arbeiterviertel mit einer ganz eigenen Architektur. Außerdem gibt es schöne kleine Boutiquen und Straßencafés. Wir lassen uns ein bisschen treiben und ab und zu setzen wir uns um das Treiben zu beobachten. Das kann man in Göteborg sehr gut und die Stadt gefällt uns wirklich sehr gut. Hier spüren wir auch die vielzitierte Hyggeligkeit. Die Menschen nutzen die öffentlichen räume wie ein Wohnzimmer. Besucht man ein Bistro, ein Café oder eine Bar wird man häufig mit den Worten: "Du bist sehr willkommen." begrüßt. Das es ehrlich gemeint ist, kann man in der Regel aus den Gesichtern ablesen.

 

 

Langsam wird es Zeit für die Fähre. Das heißt noch einmal am Wohnmobil kochen, alles aufräumen und richten und die Taschen packen. Auf der Fähre erwartet und ein zwei Personen Zimmerchen mit Etagenbett. so haben wir gebucht....

 

Auf dem Wohnmobil-Stellpaltz lernen wir Birgit und Bernt kennen, die uns auf Anhieb sympatisch sind und auch auf die Fähre nach Kiel gehen. Die beiden fahren schon vor uns ab in Richtung StenaLine, aber vielleicht sieht man sich noch.

So ist es dann auch in der Schlange zur Fähre sind wir auf nebeneinander liegenden Fahrspuren und fahren ab und an aneinander vorbei, winken und flachsen.

 

 

Dann steht das Womo endlich und wir suchen unser Zwei-Leute-Zimmerchen.

Zu unserem erstaunen stehen wir nun erst einmal in einem Vierbettzimmer mit Etagenbetten. Da kommen wohl hoffentlich nicht noch andere zu uns auf das Zimmer.  So hyggelig bin ich dann ja wirklich nicht drauf. Zum ersten Schreck kommt aber Freude hinzu. wir haben ein BADEZIMMER. Also schon mal kein Gemeinschaftsbad. 

Nur die Toilette ist etwas befremdlich. eine Toilette die alles Hinterlassenschaften über ein Vakuumsystem absaugt. Bloß den Deckel zumachen bevor es saugt. Das hört sich wirklich etwas gruselig an und kostet mich bei der ersten Benutzung doch etwas Überwindung und Christoph hat etwas zu lachen.

 

Dann kommt Freude auf,  wir erfahren, dass dieses Zimmer nur für uns beide ist. Die Fähre ist nicht ganz voll und so gönnt man uns etwas mehr Luxus. Dankeschön :)

 

 

 

 

Um die Abfahrt aus dem Hafen nicht zu verpassen gehen wir an Deck, wo neben dem Sonnenbistro auch noch Livemusik geboten wird. Das hat schon was von Mini-Kreuzfahrt.

 

Da finden wir auch Birgit und Bernt, die schon einen Tisch ergattert haben. Nicht nur, dass die beiden, wie ich auch im Schuldienst arbeiten, nein, die beiden uns noch fremden Damen, die mit am Tisch sitzen, sind Berliner Lehrerinnen. Liegt das eigentlich am Geruch?

Jedenfalls sind wir schnell ins Gespräch vertieft und verpassen natürlich doch mehr oder weniger die Abfahrt von Göteborg.

 

 

Allerdings widmen wir uns dann später dem phantastischen Lichtspiel welches Mutter Natur heute darbietet,

bevor wir später noch eine Schiffsbesichtigung machen und feststellen, dass ist tatsächlich wie eine Minikreuzfahrt aber zu laut und zu grell für uns. 

Im großen Saal ist Livemusik mit Tanz.

So verkrümeln wir uns wieder auf Deck, was sich mal wieder als echter Glücksfall erweist.

Schon vor der Fähre ist uns ein alter, gelber Bus aufgefallen. Aber eigentlich wollte ich das Foto löschen, da man ja nicht gescheit was darauf sieht. Im hinteren Fenster hatte ich was von "Floyd" gelesen und dachte ah, Pink Floyd Fans on Tour.

 

Nun stellte sich heraus es handelt sich um eine Pink Floyd Coverband auf dem Weg nach Glasgow zu einem Festival. Und was liegt da näher, als schon mal ein einstündiges Probekonzert auf Deck zu geben. Das war mal richtig cool und wir sind sehr begeistert dabei :) :) :) .

Nachdem die Jungs fertig sind geht es ins Bett, die Dusche genießen und dann bis 5:00 Uhr schlafen. Nach dem Wecker läuten mal einen Blick auf Deck, kein schöner Himmel, kein toller Sonnenaufgang. Dann halt nicht und wieder ab ins Bett, noch zwei Stündchen abtauchen und Bubu machen.

 

 

 

 

Um 7:00 Uhr machen wir uns dann auf, alles packen (um 9:00 Uhr legen wir in Kiel an), dann  Kaffee organisieren und dazu die letzten beiden schwedischen Zimtschnecken verputzten :) Lecker!

Mittlerweile sind Birgit und Bernt wieder eingetrudelt und die Zeit vergeht beim klönen wie im Flug. Das war schon richtig hyggelig :)

 

Und dann ist sie auch schon da, die Hafeneinfahrt von Kiel. Der Mond steht noch über dem Leuchtturm aber der helle Tag ist freundlich und wolkenlos.

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