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Bastnäs und die harte Nacht von Töckfors

Heute ist fahren angesagt. Es geht endlich nach Bastnäs in Schweden und da ist erst mal Kilometer schrubben angesagt.

Christoph fährt und ich kann die Sache mit Bastnäs und den Lostplaces erklären.

Ein Lostplace ist ein von Menschen aufgegebener Ort, der dem Verfall und der Natur überlassen wird. Für solche Orte mit ihrem morbiden Charme haben wir eine Vorliebe.

So hat gibt es auf meiner Homepage eine ganze Unterseite mit Fotos von mir besuchter Lostplaces.

In Bastnäs liegt ein, wie wir finden ganz besonderer LP. Einer, den wir so noch nie gesehen haben. 

Eigentlich sind wir nach der langen Fahrerei mal wieder spät dran, aber was heißt das schon. 16:30 Uhr in einem Land, in dem es erst um 23:30 Uhr dunkel wird. So beschließen wir den Autofriedhof von Bastnäs noch heute zu besuchen.

 

 

Mit ein paar Autos hatten wir ja schon gerechnet, aber dann stellt sich heraus, es müssen hunderte sein vielleicht sogar 1000. Wir laufen durch den Wald, fotografieren beide und kommen aus dem Staunen, Freuen und "Guck mal hier!" rufen gar nicht mehr raus. Wie immer vergesse ich die guten Vorsätze nur sparsam und nur wirklich besonderes zu fotografieren. Ganz im Gegenteil, die erste Stunde sehe ich nur durch die Kamera. Das wird nach hinten heraus wieder richtig viel Arbeit beim Ausmisten.

Um 21:00 Uhr fängt es dann an zu Gewittern und kurz darauf setzt Regen ein. Wir haben nicht alles gesehen, sind aber so satt, dass wir beschließen den Wald nun zu verlassen, dem Friedhof den Rücken zu kehren und uns noch einen Schlafplatz nahe des Ortes Töckfors, was die Menschen hier als Stadt bezeichenen, zu suchen. Unsere App gibt ausnahmsweise mal nichts sinnvolles her und so nehmen wir nach einem späten Abendessen bei örtlichen Schachtelwirt vorlieb mit dem Parkplatz vor der Tür des selbigen. Morgen ist Sonntag, da machen die umliegenden Geschäfte nicht auf, also kein Problem....

 

...denken wir.

 

Aber wir haben die Rechnung nicht mit der durchaus einsamen Gegend gemacht. Die umliegenden Weiler und Höfe sind sehr , sehr einsam und so trifft sich die Dorfjugend in Ermangelung anderer Möglichkeiten auf dem Parkplatz. Zunächst werden ein paar Autorennen veranstaltet, dann sind auf einmal alle Weg und ich schlafe selig ein. In der Nacht höre ich noch zweimal laute Musik, aber wer mich kennt weiß, dass wird meinen Schlaf nicht beeinträchtigen.

 

So verpasse ich aber leider oder zum Glück was sich im Rest der Nacht tatsächlich tut.

 

Die Rennfahrer kommen wieder, mit weiblicher Verstärkung. jetzt wird gerast und gequatscht, gejohlt und geschrien. Für Christoph ist an Schlaf nicht zu denken. Und dann wird es erst richtig bunt. Christoph hat das Gefühl neben einer Disco zu liegen. Er steht nun endgültig auf um sich das Schauspiel anzuschauen. 

 

Ein Traktor ist vorgefahren, mit einem Anhänger auf dem riesen Scheinwerfer sowie eine fette Musikanlage installiert sind. Die Bässe wummern und es steigt eine richtige Party.

 

Nur ich, ich habe alles verschlafen und ein Foto gibt es leider auch nicht :(

 

Und damit nicht genug. Die Bande zieht gegen 4:00 Uhr morgens ab und Christoph versucht es noch einmal mit Schlaf. Der währt aber nicht lange, denn so grenznahe öffnen die Läden auch Sonntags morgens  und das schon früh und halb Norwegen kommt zum Wochenendeinkauf.

 

Na, wenigstens gibt es frische Brötchen, deren Duft mich dann auch langsam aus dem Bett treibt.

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